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<title>Fischtuberkulose</title>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Fischtuberkulose</b> ist eine <a href="Bakterien" title="Bakterien">bakterielle</a> <a href="Infektionskrankheit" title="Infektionskrankheit">Infektionskrankheit</a>, die vorwiegend bei <a href="Fische" title="Fische">Fischen</a> in <a href="Aquarium" title="Aquarium">Aquarien</a> auftritt. Sie ist weit verbreitet und führt zu großen Verlusten. Die Erkrankung von freilebenden Fischen ist möglich, aber selten. Die Krankheit tritt sowohl bei Süß- als auch Salzwasserfische auf, wobei Infektionen bei <a href="Salmler" class="mw-redirect" title="Salmler">Salmlern</a> am häufigsten und bei <a href="Welsartige" title="Welsartige">Welsartigen</a> selten sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursachen">Ursachen</h2></div>
<p>Erreger sind verschiedene Arten von <a href="Mykobakterien" title="Mykobakterien">Mykobakterien</a>, wobei <i><a href="Mycobacterium_marinum" title="Mycobacterium marinum">Mycobacterium marinum</a></i>, <i>M. fortuitum</i> und <i>M. chelonae</i> besonders häufig beteiligt sind. Diese Bakterien sind im aquatischen Umfeld weit verbreitet und ihre bloße Präsenz führt im Allgemeinen nicht zur Erkrankung. Für eine Infektion sind weitere begünstigende Begleitumstände nötig. Dabei kann es sich etwa um Stressbelastung durch Überbesatz oder mangelnde Sauberkeit im Aquarium handeln. Generell wird das Infektionsrisiko durch ungünstige Haltungsbedingungen erhöht. Die Erkrankung wird meist durch Neuzugänge in ein Aquarium eingeschleppt. Die Erreger können auch <a href="Saprophyt" class="mw-redirect" title="Saprophyt">saprophytisch</a> im Schlamm oder <a href="Mulm" title="Mulm">Mulm</a> des Aquariums überleben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Symptome">Symptome</h2></div>
<p>Die Erscheinungsformen der Fischtuberkulose sind sehr mannigfaltig und machen eine Diagnose am lebenden Fisch schwierig. Die Fischtuberkulose verläuft in den meisten Fällen <a href="Krankheitsverlauf" title="Krankheitsverlauf">chronisch</a> progressiv.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Chronischer_Verlauf">Chronischer Verlauf</h3></div>
<p>Der schleichende Verlust einzelner Tiere aus dem Bestand über einen längeren Zeitraum ist die Regel.
</p><p>Typisch sind von einer Bindegewebskapsel umgebene <a href="Tuberkel" title="Tuberkel">Tuberkel</a>. In jüngeren Tuberkeln sind säurefeste Stäbchen noch leicht auffindbar, in älteren Tuberkeln ist deren Zahl deutlich geringer.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Akuter_Verlauf">Akuter Verlauf</h3></div>
<p>Diese Verlaufsform ist gekennzeichnet durch ausgedehnte, <a href="Exsudat_(Medizin)" title="Exsudat (Medizin)">exsudative</a> Entzündungsherde. Beim plötzlichen Aufflammen der Infektion, etwa durch ungewöhnliche Belastungen, ist ein Totalverlust innerhalb von ein oder zwei Wochen möglich.
</p><p>Meist zeigen befallene Tiere mangelnden Appetit, werden apathisch und magern ab. Es entstehen Entzündungen der Haut mit <a href="Geschw%C3%BCr" class="mw-redirect" title="Geschwür">Geschwürbildung</a> und die Flossen bilden sich zurück. Außerdem können „Glotzaugen“ (<a href="Exophthalmus" title="Exophthalmus">Exophthalmus</a>), <a href="Panophthalmitis" title="Panophthalmitis">Panophthalmitis</a> (Erkrankung des gesamten Auges) bis zum Augenverlust, Schuppendefekte, Verblassen der Farbe, Verkrüppelungen an <a href="Wirbels%C3%A4ule" title="Wirbelsäule">Wirbelsäule</a> und <a href="Kiefer_(Anatomie)" title="Kiefer (Anatomie)">Kiefern</a>, <a href="Bauchwassersucht" class="mw-redirect" title="Bauchwassersucht">Bauchwassersucht</a> (<i>Aszites</i>) und Verhaltensänderungen auftreten.
</p><p>Bei der Sektion eines befallenen Tieres finden sich weißlich-graue <a href="Granulom" title="Granulom">Granulome</a> in fast allen Organen, insbesondere <a href="Milz" title="Milz">Milz</a>, <a href="Niere" title="Niere">Niere</a> und <a href="Leber" title="Leber">Leber</a>. Im Falle des akuten Verlaufs sind die Eingeweide häufig infolge einer Bauchfellentzündung (<a href="Peritonitis" title="Peritonitis">Peritonitis</a>) verklebt. Die stäbchenförmigen Erreger sind <a href="Intrazellul%C3%A4r" class="mw-redirect" title="Intrazellulär">intra-</a> und extrazellulär massenhaft nachweisbar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Diagnose_und_Therapie">Diagnose und Therapie</h2></div>
<p>Die Diagnose erfolgt durch den <a href="Histologie" title="Histologie">histologischen</a> Nachweis der tuberkulösen Granulome. Da die Erreger auch Bestandteil der normalen Darmflora sein können, ist deren Präsenz ohne krankhafte Gewebeveränderungen kein hinreichender Nachweis für eine Erkrankung. <a href="Differentialdiagnose" class="mw-redirect" title="Differentialdiagnose">Differentialdiagnostisch</a> müssen vor allem Infektionen mit <a href="Nocardia" title="Nocardia">Nocardia</a>, <a href="Ichthyophoniasis" title="Ichthyophoniasis">Ichthyophonus</a> und <a href="Aeromonas" title="Aeromonas">Aeromonas</a> ssp. ausgeschlossen werden, die ebenfalls mit Granulomen einhergehen können.
</p><p>Obwohl vereinzelt von Behandlungserfolgen mit <a href="Antibiotika" class="mw-redirect" title="Antibiotika">Antibiotika</a> berichtet wird, gilt die Fischtuberkulose derzeit als medikamentell nicht behandelbar. Das Augenmerk muss daher auf der Verhinderung eines Ausbruchs durch möglichst optimale Haltungsbedingungen und <a href="Quarant%C3%A4ne" title="Quarantäne">Quarantäne</a> über vier Wochen für Neuzugänge liegen.
</p><p>Die Bekämpfung wird daher bei akutem Verlauf über eine Tötung des Bestandes und Beseitigung der Einrichtung des Aquariums realisiert. Anschließend ist eine <a href="Desinfektion" title="Desinfektion">Desinfektion</a> des Aquariums und der technischen Einrichtungsgegenstände angezeigt. Bei chronischen Verläufen kann die Entfernung erkrankter Tiere und die Optimierung der Haltungsbedingungen ausreichen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gefährdung_für_Menschen"><span id="Gef.C3.A4hrdung_f.C3.BCr_Menschen"></span>Gefährdung für Menschen</h2></div>
<div class="float-right hintergrundfarbe1 infobox-container" style="border:0.2ex solid #CCCCCC; margin:0.2ex 0.5ex;">
<table class="infobox toptextcells" style="border-collapse:collapse; font-size:90%; padding:0; width:280px; line-height:130%;">
<tbody><tr class="darkmode-hintergrundfarbe-basis">
<th colspan="2" style="background:#99CCFF; color:#202122; text-align:center; font-size:115%; border:2px solid #99CCFF;">Klassifikation nach <a href="ICD-10" title="ICD-10">ICD-10</a>
</th></tr>
<tr>
<td style="min-width:8ex;">A31.1
</td>
<td>Infektion der Haut durch sonstige Mykobakterien
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{02-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{03-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{04-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{05-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
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<td>
</td>
<td>{{{06-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{07-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{08-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{09-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{10-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{11-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{12-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{13-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{14-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{15-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{16-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{17-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{18-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{19-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td>
</td>
<td>{{{20-BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr style="display:none;">
<td><span style="display:none;">Vorlage:Infobox ICD/Wartung</span>
</td>
<td>{{{21BEZEICHNUNG}}}
</td></tr>
<tr>
<td colspan="2" style="border-top:0.2ex solid #CCCCCC; padding:.4ex 1ex .4ex 0; text-align:center; vertical-align:top;"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-who/kode-suche/htmlamtl2019/index.htm">ICD-10 online (WHO-Version 2019)</a>
</td></tr></tbody></table><div style="display:none;"></div></div>
<p>Das die Fischtuberkulose auslösende <i><a href="Mycobacterium_marinum" title="Mycobacterium marinum">Mycobacterium marinum</a></i> kann durch kleinste Hautverletzungen auf den Menschen und andere <a href="S%C3%A4ugetiere" title="Säugetiere">Säuger</a> übertragen werden. Diese Infektionen verursachen beim Menschen das sogenannte <i>Schwimmbad-</i> oder <i>Aquarien<a href="Granulom" title="Granulom">granulom</a></i>. Dabei handelt es sich um ein auf die Haut beschränktes, mitunter hartnäckiges Granulom. Eine Therapie zeigt gewöhnlich raschen Erfolg. Bei Nichtbehandlung tritt meist eine <a href="Spontanheilung" title="Spontanheilung">Spontanheilung</a> nach ein bis zwei Jahren ein. Eine Behandlung sollte dennoch durchgeführt werden, um eine Keimverschleppung zu vermeiden.<sup id="cite_ref-Altmeyer_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Altmeyer-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zur Vorbeugung empfiehlt sich das Tragen von Schutzhandschuhen beim Reinigen von Aquarien.<sup id="cite_ref-Altmeyer_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Altmeyer-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Rudolf W. Hoffmann: <i>Fischkrankheiten.</i> Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 3-8252-8241-4.</li>
<li>Rüdiger Riel, <a href="Hans_A._Baensch" title="Hans A. Baensch">Hans A. Baensch</a>: <i>Aquarien Atlas</i>. Band 1. 15. Auflage. Mergus Verlag, Melle 2006, ISBN 3-88244-227-1.</li>
<li>Jan Wolter, <a href="Frank_Mutschmann" title="Frank Mutschmann">Frank Mutschmann</a>: <i>Mykobakteriose, Fischtuberkulose</i>. In: Michael Fehr u. a. (Hrsg.): <i>Krankheiten der Heimtiere.</i> 8. Auflage. Schlütersche, Hannover 2015, ISBN 978-3-89993-678-0, S. 1083.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Irene Labner: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ironirene.com/fischtuberkulose.html"><i>Fischtuberkulose – Erfahrungsbericht und Themenrecherche</i>.</a> (private Website).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Altmeyer-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Altmeyer_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Altmeyer_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/artikel?id=3663#"><i>Schwimmbadgranulom</i>.</a> In: <a href="Peter_Altmeyer" title="Peter Altmeyer">Peter Altmeyer</a>: <i>Die Online Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin</i>. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2017; abgerufen am 22. März 2017.</span>
</li>
</ol>
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Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der Selbstdiagnose noch wird dadurch eine Diagnose durch einen Arzt ersetzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!</div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2023-12-25" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Fischtuberkulose&oldid=240523059">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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